Vergessene Senioren - (m)ein Rückblick der letzten 20 Jahre

Wie konnte es so weit kommen?

Ein Artikel aus dem Jahr 2011 prognostizierte bereits damals präzise die Situation, in der wir uns jetzt befinden.

In der Zeitschrift „Die Wohnungswirtschaft“ wurde darauf hingewiesen, dass bis 2025 in Deutschland etwa 2 Millionen Seniorenwohnungen fehlen würden. Dieses Zitat war damals ausschlaggebend und ein wesentlicher Bestandteil meiner Bachelorarbeit zum Thema Ambient Assisted Living.

Grundlage für die Bachelorarbeit 2008

Thema:

„Die Anforderungen der alternden Gesellschaft Deutschlands an den Wohnungsbestand - Voraussetzung einer intelligenten Immobilie“

von Amon Reich - LinkedIn Profil, Bachelor Thesis 2008

Die Arbeit beinhaltete unter anderem den eindeutigen Nachweis, dass technologische Unterstützung das Leben von Senioren und Menschen mit besonderen Bedürfnissen erheblich verbessern kann. Leider kann ich diese aus Geheimhaltungsgründen hier nicht veröffentlichen, da sie in Zusammenarbeit mit einem namhaften Immobilienvermittlungsunternehmen aus Düsseldorf entstanden ist und dies vertraglich so geregelt wurde.

Alternativer Bericht - gleiche Ergebnisse

Zu dem gleichen Ergebnis kam auch die InWIS Forschung & Beratung GmbH In dem Bericht aus dem Jahr 2014: Technische Assistenzsysteme für ältere Menschen – eine Zukunftsstrategie für die Bau- und Wohnungswirtschaft Wohnen für ein langes Leben/AAL, in dem 59 unterschiedliche Projekte zum Thema Ambient Assisted Living untersucht und analysiert wurden.

Ergebnisse: Zusammenfassung des INWIS-Berichts:

  1. Senioren sind bereit, für AAL-Dienstleistungen monatlich zwischen 20 und 50€ zu zahlen.
  2. Es wurde belegt, dass die Technologie unterstützend wirkt und sowohl den Betroffenen als auch den Angehörigen und professionellen Pflegediensten zugutekommt.
  3. Es besteht eine allgemeine Akzeptanz gegenüber der Technologie, ähnlich wie bei unterstützender Sicherheitstechnik im Auto.

1.000 und 1 Projekte

Im Zeitraum 2000-2015 sicherten sich Wohnungswirtschaftsunternehmen und deren Projektpartner in Summe mehrere Milliarden Euro an Projektgeldern. Das Thema „demografischer Wandel“ war heiß, die Fördergelder saßen locker und die Medien konnten darüber philosophieren. Aber Deutschland erkrankte über die Jahre an akuter „Projektitis“, und am Ende blieb nur die schöne Illusion von unterstützender Technik für Senioren übrig.


Woran hat es gelegen?

Heute werde ich immer wieder gefragt, wenn ich davon erzähle, wo meine Reise begonnen hat: Woran hat es gelegen? Auch die jüngere Generation sieht aktuell die Herausforderung, und die Argumente für ein „Senioren-Smarthome“ sind eindeutig, klar verständlich und machen auch heute noch Sinn. Herdabschaltung, Sturzerkennung und Aktivitäts-Check waren und sind die Hauptargumente und ergänzen den klassischen Hausnotruf um wirkungsvolle Funktionen.

Damalige Meinung der Pflege

Die Akzeptanz gegenüber der Technik und den Vorteilen wurde damals nicht gesehen. Die Pflegebranche sah diese Lösungen als direkte Konkurrenz und nicht als ergänzende Unterstützung. Man fürchtete um die Arbeitsplätze und lehnte die Technologie ab.

Damalige Meinung der Betreiber

Auch die Technik war damals noch nicht ausgereift und entsprechend teuer. Zusätzliche Kosten für Wartung und Optimierung des Systems waren ein Hindernis. Es herrschte Uneinigkeit über das richtige Medium, um Dienstleistungen zu bestellen.

Damalige Meinung der Investoren

Traditionelle Investoren hatten damals wenig Interesse an Risiken und sahen wenig Anreiz, in neue Technologien zu investieren.

Damalige Meinung von „Überzeugungstätern“

Kleinere Unternehmen investierten aus Überzeugung eigenes Geld und Zeit in Projekte, blieben aber oft erfolglos.

(Zwischen) Ergebnis

Die Projekte verschwanden nach und nach, und die mediale Aufmerksamkeit ließ nach. Start-ups gingen pleite oder konkurrierten und scheiterten.

Kritische Reflexion der Vergangenheit

Wir haben versagt, also ein Großteil von uns. Auch ich habe mich aus dem Bereich AAL zurückgezogen und mich auf Gebäudeautomation konzentriert. Die Wohnungswirtschaftsunternehmen haben möglicherweise auch ihre Rücklagen aufgebraucht, ohne Ergebnisse zu erzielen. Anders kann ich mir den folgenden Hilfeschrei sonst nicht erklären.

Quelle: Twitter / X

Aktueller Stand: Extremlage

Positiv

Positiv zu vermerken ist, dass sich immer mehr Menschen der Technologie geöffnet haben und diese mittlerweile in der breiten Masse angekommen ist. Smartphones, Tablets und ähnliche Geräte sind aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Dies bedeutet gleichzeitig, dass etwa 80 % der zuvor genannten Hürden, die in der Vergangenheit Projekte scheitern ließen, sich mehr oder weniger von selbst gelöst haben. Auch die benötigte Hardware ist deutlich erschwinglicher geworden.

Allerdings sind gleichzeitig die Kosten für Implementierung, Optimierung und vor allem die Datensicherheit gestiegen. Während der Zugang zu Technologie einfacher geworden ist, erfordert ihre sichere und effektive Nutzung mehr Ressourcen und Fachkenntnisse als je zuvor. Dies führt zu neuen Herausforderungen für Unternehmen und Organisationen, die sich mit der Integration und Nutzung moderner Technologien befassen. Es ist entscheidend, diese Herausforderungen anzuerkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um die Vorteile der Technologie voll auszuschöpfen und gleichzeitig die Risiken zu minimieren.

Neue Probleme, aber realistische Chancen

In einer Welt, die sich ständig verändert und mit neuen Herausforderungen konfrontiert ist, müssen wir über den Tellerrand hinausblicken und gemeinsam Lösungen finden und das Branchen umgreifend. Im Vordergrund die natürliche Intelligenz in Kombination mit der künstlichen KI, entwickeln sich nicht nur die Fähigkeit, über herkömmliche Denkmuster hinauszudenken und kreative Lösungen zu finden, sondern kann auch in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit umgesetzt werden.

Chance: Inflation

Die Inflation kann als Chance betrachtet werden, die Spreu vom Weizen zu trennen. Unternehmen, Organisationen und Dienstleister, die über die finanziellen Mittel und den Sachverstand verfügen, werden in der Lage sein, sich in einer Zeit der Inflation zu behaupten und möglicherweise sogar zu florieren. Durch geschicktes Management und strategische Investitionen können sie sich an veränderte wirtschaftliche Bedingungen anpassen und ihr Wachstum sichern.

Chance: Energiekosten

Ein weiterer Bereich, der Chancen bietet, sind die Energiekosten. Mit dem zunehmenden Fokus auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz stehen Unternehmen und Organisationen vor der Möglichkeit, ihre Energiekosten zu senken und gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Durch Investitionen in energieeffiziente Technologien und die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen können sie nicht nur Kosten einsparen, sondern auch ihr ökologisches Engagement unterstreichen und effizient Vermarkten.

Chance: Personalkosten

Intelligente Technologie bietet eine bedeutende Chance, um Personalkosten zu optimieren und die Effizienz zu steigern. Durch den Einsatz von automatisierten Systemen, künstlicher Intelligenz und Robotik können repetitive Aufgaben automatisiert werden, was dazu beiträgt, den Arbeitsaufwand für das Personal zu reduzieren. Dies ermöglicht es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sich auf anspruchsvollere und kundenorientierte Aufgaben zu konzentrieren, wodurch die Qualität der Dienstleistungen verbessert wird.

Des Weiteren kann Technologie dazu beitragen, die Zeit, die das Personal Patienten verbringt, zu verlängern und die Betreuung zu verbessern. Durch die Implementierung von Assistenzsystemen und digitalen Lösungen können administrative Tätigkeiten effizienter gestaltet werden, sodass mehr Zeit für die direkte Pflege und Betreuung zur Verfügung steht. Dies führt nicht nur zu einer höheren Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten, sondern kann auch die Arbeitsbelastung des Personals verringern und deren Arbeitszeit effektiver nutzen.

Insgesamt bietet die Integration von intelligenter Technologie somit nicht nur eine Möglichkeit zur Kostenoptimierung, sondern auch eine Chance, die Qualität der Pflege und Betreuung zu verbessern und das Arbeitsumfeld für das Personal attraktiver zu gestalten.

Chance: Service Dienstleistungen

Die Digitalisierung und der technologische Fortschritt eröffnen auch im Bereich der Service Dienstleistungen neue Chancen. Unternehmen können durch den Einsatz von innovativen Technologien und digitalen Lösungen ihre Serviceangebote optimieren und erweitern. Ein Beispiel hierfür sind Lieferdienste, die durch den Einsatz von intelligenten Routenplanungssystemen und Echtzeit-Tracking-Technologien ihre Lieferketten effizienter gestalten können. Dadurch können Lieferungen schneller und zuverlässiger erfolgen, was wiederum die Kundenzufriedenheit steigert und Wettbewerbsvorteile verschafft. Darüber hinaus können Unternehmen durch die Integration von Chatbots und KI-gestützten Kundeninteraktionssystemen ihren Kundenservice verbessern und personalisierte Unterstützung rund um die Uhr anbieten. Dies ermöglicht es, Kundenanfragen schneller zu bearbeiten und eine bessere Kundenbindung zu erreichen. Insgesamt bieten die fortschreitenden Technologien im Bereich der Service Dienstleistungen die Möglichkeit, die Effizienz zu steigern, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und das Geschäftswachstum voranzutreiben.


Wiederspruch in sich: 800 Insolvenzen/schließungen von Pflegeheimen

Die Situation ist alarmierend. Über 800 Pflegeheime und ambulante Dienste mussten 2023 Insolvenz anmelden oder schließen. Die pflegerische Versorgung droht zu kollabieren.

Wie sieht es in anderen Ländern aus?

Auch in anderen Ländern sieht es nicht viel besser aus. Eine Umfrage ergab folgende Ergebnisse:

Land Neue Pflegeheime Geschlossene Pflegeheime Netto-Neugründungen
Österreich 100 50 50
Schweiz 50 25 25
Belgien 75 35 40
Niederlande 150 75 75
England 200 100 100

Erneute Diskussion über AAL (Ambient / Active Assistant Living)

Es stellt sich die Frage, ob es an der Zeit ist, bewährte Ergebnisse aus früheren Projekten umzusetzen, anstatt nach neuen Ansätzen zu forschen oder auf die Hilfe der Bundesregierung zu hoffen?

Die fehlende Implementierung liegt nicht an der Umsetzbarkeit oder fehlenden Geschäftsmodellen, sondern am Festhalten an veralteten Glaubenssätzen und laienhafter Implementierung neuer Technologien. vgl. Datenschutz Hacker bemängeln IT-Sicherheit bei künftiger E-Patientenakte // Auswirkungen: Cyberangriff wirft Uniklinikum Frankfurt zurück in die 80er – kma Online // Krankenhäuser in Sorge wegen Cyberangriffen | BR24

Abschließende Gedanken

Lassen wir es wirklich so weit kommen wie auf dem Bild? In einigen Jahren gehören wir selbst zu der „Alten Generation Deutschlands“. Die Konzepte, die wir die letzten Jahre erforscht und erprobt haben, sind die, die wir jetzt benötigen, um später nicht in der gleichen Situation zu sein. „Künstliche Intelligenz“ wird uns nicht retten. Wir müssen die natürliche Intelligenz nutzen, um unbeschadet aus der Situation herauszukommen.

OPEN ICARE ASSISTANT – OFFENE INTELLIGENTE INFRASTRUKTUR ZUR UNTERSTÜTZUNG VON PFLEGEDIENSTEN IN DER AMBULANTEN UND STATIONÄREN PFLEGE

Kurzfassung

Bedingt durch den demografischen Wandel gewinnt die ambulante und stationäre Pflege älterer Menschen eine immer größere Bedeutung. Unter dem Oberbegriff „Ambient Assisted Living“ (AAL) werden technische Unterstützungssysteme entwickelt, die älteren Menschen ein sicheres Leben zu Hause oder im Heim ermöglichen sollen. Die bisher kommerziell verfügbaren AAL-Systeme sind jedoch weitgehend geschlossen und bieten keine offenen Schnittstellen zu anderen Systemen oder Geräten. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Assistenzsystems, welches durch offene Schnittstellen weitere Endgeräte und Dienste integrieren kann. Das System soll verschiedene Lebensphasen bzw. Stufen der Assistenz, vom selbstständigen Wohnen in der eigenen Wohnung, über die ambulante Pflege bis hin zur stationären Pflege im Heim unterstützen. Entscheidend ist, dass die einzelnen Komponenten leicht in bestehende Wohnungen und Heime nachgerüstet werden können, was technisch durch eine Kombination aus drahtloser Sensordatenerfassung und einer Datenkommunikation über die bestehenden Stromleitungen via Powerline Communication (PLC) realisiert werden soll. Das drahtlose Netzwerk dient dabei zur Erfassung von Sensordaten wie Raumtemperatur, Licht etc. und besteht sowohl aus stationären Knoten, wie Zwischensteckern in Steckdosen, als auch aus mobilen Knoten, wie beispielsweise Tags zur Sturzerkennung. Gerade im häuslichen Umfeld steht die Notfallvermeidung und Erkennung an erster Stelle. Eine der wichtigsten Gefahren, der Sturz einer älteren Person, soll schnellstmöglich erkannt und an eine Notfallzentrale gemeldet werden. Die leichte Inbetriebnahme und das Aktivitätsmonitoring sollen durch die Lokalisierungsfunktion des drahtlosen Netzwerks erreicht werden. Weiterhin sollen soziale und quartierbezogene Dienste in das Assistenzsystem eingebunden werden. Das Forschungsprojekt stellt die Bedürfnisse der älteren Menschen und des Pflegepersonals in den Mittelpunkt der Forschungsarbeiten. Die möglichen Anwendungsszenarien werden aus den Alltagserfahrungen und -bedarfes von älteren Menschen abgeleitet und zusammen mit den Anwendungspartnern in der ambulanten und stationären Pflege auf ihre Realisierbarkeit hin geprüft.

Zielsetzung des Projekts

Ziel des beantragten Projektes ist die Entwicklung eines Assistenzsystems zur Steigerung der Pflege- und Lebensqualität älterer Personen, welches folgende Eigenschaften erfüllen soll:

  • Verschiedene Stufen der Assistenz, vom selbständigen Wohnen in der eigenen Wohnung, über die ambulante Pflege bis hin zur stationären Pflege im Heim
  • Erkennen und Vermeiden sowie verkürzte Reaktionszeiten in Notfallsituationen
  • Zu pflegende Personen in ihrer Selbstbestimmtheit und ihrem Freiheitsempfinden stärken und Pflegefachkräfte vom permanenten Druck des Überwachungszwangs entlasten
  • Kostenoptimierte Nachrüstung für Bestandsgebäude
  • Eingängiges Bedienkonzept und eine sichere Inbetriebnahme nach dem Plug-and-Play-Prinzip

Weiterhin sollen folgende Technologien zum Einsatz kommen:

  • Drahtloses Netzwerk mit stationären Knoten (beispielsweise Zwischensteckern in Steckdosen) als auch aus mobilen vom Anwender getragenen Knoten (beispielsweise Tags zur Sturzerkennung)
  • Echtzeitlokalisierung für ein feingranulares Aktivitätsmonitoring
  • Kommunikation über vorhandene Stromleitungen, welche die verteilten Knoten zu einem Gesamtsystem integriert
  • Modularer Software-Aufbau des Gesamtsystems, für eine optimale Erweiterbarkeit

Für den zielgerichteten Transfer der Ergebnisse in NRW soll eine Referenzimplementierung eines marktnahen Prototyps in die Musterwohnung des Forschungsinstituts für Technologie und Behinderung (FTB) integriert werden.

Ziel2NRW-1

Quelle: Open iCare Assistant – Offene intelligente Infrastruktur zur Unterstützung von Pflegediensten in der ambulanten und stationären Pflege – IMSL

Das Projekt WohnSelbst

Die Klinik kommt nach Hause

Im Projekt WohnSelbst wird die GWW Wiesbadener Wohnungsbaugesellschaft mbH über eine Partnerschaft mit dem Klinik-Verbund HSK, Rhein-Main GmbH 80 bis 100 kranken und hilfsbedürftigen Mietern einen Zusatzservice anbieten, der unter anderem Klinikaufenthalte zu vermeiden hilft. In dem Geschäftsmodell mcplus werden ambulante und stationäre Versorgung so miteinander verknüpft, dass ältere Menschen möglichst lange und unabhängig in den eigenen vier Wänden bleiben können. Die Wohnungen werden dafür mit vernetzten Technologiebausteinen ausgestattet, die auf die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Anwenders abgestimmt sind. Dazu gehören beispielsweise Vitalsensoren zur Bestimmung z. B. des Gewichts, Blutdrucks und Blutzuckers. Das Fernsehgerät dient als zentrale Steuerungseinheit, das über eine Serviceplattform mit einem medizinischen Betreuungscenter, mit Ärzten und Pflegedienstleistern verbunden ist. Die bestehenden Arzt-Patienten-Beziehungen bleiben erhalten, der Kontakt wird aber einfacher.

Im Projekt werden bereits vorhandene – vor allem auf der Mikrosystemtechnik beruhende – Assistenzsysteme sowie die damit verbundenen Normen und Standards gezielt angepasst und weiterentwickelt. Gleichzeitig entsteht ein freifinanziertes Betreiberkonzept, das unabhängig von Zuschüssen aus der Sozialversicherung funktionieren soll. Das Modell sieht vor, dass die Kosten für die Bereitstellung der Dienstleistungen zum Teil vom Vermieter getragen werden.

Sein Vorteil: Der Wohnwert steigt und die Kundenbindung der Mieter ebenfalls. Die Mieter wiederum übernehmen einen Kostenanteil an den Dienstleistungen. Die Projektpartner erwarten, dass es mit diesem Paket zur Prävention und zu weiteren Komfort-Leistungen im Krankheitsfall erstmalig gelingen wird, große Bevölkerungsgruppen von spezifischen altersgerechten Lösungen zu überzeugen und diese zeitnah zu etablieren. Nach erfolgreicher Entwicklung und Erprobung im Projekt soll das Konzept deutschlandweit vermarktet werden.

Projektseite: Das AAL-Projekt WohnSelbst

Quelle: WohnSelbst

Zahlungsbereitschaft der Betroffenen 2014

InWIS ist übrigens 2014 zu dem Ergebnis gekommen, was die Zahlbereitschaft angeht:

  1. Für den Internetanschluss fallen monatliche Kosten in der Größenordnung von 20 bis 30 EUR an. Wenn das System an eine Notrufserviceleitstelle gekoppelt wird, entstehen zusätzliche Kosten von 18 EUR pro Monat​​.
  2. Die technischen Assistenzsysteme sind wartungsfrei konzipiert, sodass keine Wartungskosten anfallen. Reparaturen werden als Instandsetzung betrachtet und den Bewirtschaftungskosten zugerechnet. Für den laufenden Betrieb, einschließlich des Einsatzes des Notruftelefons, des erforderlichen Internetanschlusses und des erhöhten Stromverbrauchs, belaufen sich die Kosten auf etwa 75 EUR pro Monat in der Pilotphase. Aktuell wird von monatlichen Mehrkosten von 30 bis 50 EUR für diese Komponenten ausgegangen, die vom Mieter zu tragen sind​

Kosten 2024

Die Kosten für die Hardware belaufen sich in etwa auf 600 € für eine Basis Senioren Überwachung. Somit ist eine Amortisation bereits nach einem Jahr erfolgt. Den Code dafür habe ich bereits am 2022-03-15T23:00:00Z hier veröffentlicht:

Kosten für die Erweiterung

Erweiterungen und noch genauerer Sensorik wie zum Beispiel Sturzsensor und Erfassung der Atemfrequenz ist hier beschrieben, bedarf aber noch Forschung und Entwicklung

Stand heute: 2024

Die Ideen von damals haben mich nachhaltig inspiriert, und ich habe stets die Konzepte, Gespräche mit Repräsentanten aus verschiedenen Branchen sowie die technische und finanzielle Machbarkeit im Blick behalten.

Dabei haben diese drei Punkte immer höchste Priorität:

1. Ausfallsicherheit des technischen Systems

Es wäre für mich unverzeihlich gewesen, wenn aufgrund eines Serverausfalls ein älterer Mensch keine Hilfe erhalten hätte. Deshalb habe ich etwa 10 Jahre damit verbracht, verschiedene Systeme und IoT- sowie Smarthome-Standards auf Stabilität zu testen. Das Ergebnis ist keine Lösung von der Stange - so viel sei schon verraten - sondern eine, die stabil, sicher und wartungsfreundlich ist.

2. Nachrüstung, Modularität und Wartung

So dynamisch wie die Entwicklung unserer Gesellschaft sollte auch das System immer neuen Anforderungen gerecht werden können. Es sollte modular erweiterbar und wartungsfreundlich sein.

3. Finanzierbar und interessant für Investoren

Das System muss nicht nur finanzierbar sein, sondern am Ende auch für die Betroffenen bezahlbar sein. Es sollte einen spürbaren Nutzen sowie Mehrwert sowohl für die Angehörigen als auch für das Personal bieten.


:white_check_mark: Alle oben geannten Punkte konnten nach langer Forschungs und Entwicklungszeit positiv beantwortet werden


SmartLiving.Rocks Konzept

Beispiel aus Sicht eines Diabetikers

Ablauf

  1. Der Startpunkt der Grafik befindet sich unten rechts. Hier werden verschiedene telemedizinische Endgeräte (sogenannte Gadgets) dargestellt, die für die gesundheitlichen Messungen relevant sind.
  2. Über die offene Schnittstelle (API) werden diese Daten an die Datenbank übermittelt und digital ausgewertet. Bei gravierenden Abweichungen wird ein Arzt oder eine Pflegefachkraft informiert.
  3. Die Smart Living App kann dann basierend auf dem Krankheitsbild entsprechende Vorschläge zur Ernährung, sportlichen Aktivitäten, Reisen usw. machen.
  4. Das System kommuniziert auch mit dem Kühlschrank bzw. genauer gesagt mit dem ERP-System des Haushalts und überprüft, ob alle Zutaten für die gewünschte Mahlzeit vorhanden sind und bei Bedarf nachbestellt werden müssen.
  5. Die Ware wird CO₂-neutral zum Betroffenen geliefert, der dann seine Mahlzeit zubereiten kann.

Variation

Die oben dargestellte Illustration wurde im Zusammenhang eines Projekts mit Fokus auf die Bedürfnisse von Diabetespatienten erstellt. Die Frage, ob das SmartLiving-System auch auf andere Bereiche und Krankheitsbilder ausgeweitet werden kann, lässt sich eindeutig mit „Ja“ beantworten.

Abb. 1: Übersicht der aktuellen tragbaren Geräte zur Gesundheitsüberwachung bei älteren Erwachsenen

Viele der hier gezeigten „tragbaren“ Geräte werden jetzt schon durch im Raum angebrachte Sensoren ersetzt. Die Wichtigsten wie z.B. Herzschlag, Atemfrequenz und Sturzerkennung gehören bereits dazu!

Abb. 2: Die Zukunft der geriatrischen Versorgung in der häuslichen Umgebung.


Quelle: Digital health for aging populations | Nature Medicine

Anmerkung

Höchste Datensicherheit dank FOSS

Die Software, die für ein SmartLiving Konzept benötigt wird, ist ausnahmslos FOSS. Frei und Open Source verfügbar und der (Quell-) Code einsehbar. Dabei ist uns hierbei schon immer bewusst gewesen, dass diese hochsensiblen Daten niemals an unbestimmte Dritte gelangen dürfen und der Datenschutz hierbei die höchste Priorität hat! Aktuelle Meldungen wie Computersysteme lahmgelegt: Kliniken in OWL werden erpresst | nw.de bzw. Hacker bemängeln IT-Sicherheit bei künftiger E-Patientenakte oder diese Meldung Millionen Daten bei Krankenversicherer erbeutet: 33-jähriger Russe sanktioniert | heise online und diese hier Hackerangriffe auf Kliniken: "Nur eine Frage der Zeit" | tagesschau.de sind für mich ein eindeutiger Beleg für das totale Versagen der Verantwortlichen!

proKNX

Auf der Light and Building 2024 habe ich ein paar alte Bekannte wiedergetroffen und habe zu meiner großen Freude festgestellt, dass das Thema AAL auch noch von ein paar anderen Unternehmen aktueller denn je ist.

Mein Post auf LinkedIn:

Zwei Tage Light and Bildung in Frankfurt und ich habe nur zwei Hallen geschafft! Endlich haben sich die namhaften Hersteller und großen Marken dem Smart Home Markt geöffnet und der Fokus liegt nicht mehr nur auf KNX!

𝐍𝐞𝐮𝐞𝐫 𝐀𝐀𝐋 𝐏𝐥𝐚𝐲𝐞𝐫 𝐦𝐢𝐭 𝐓𝐫𝐚𝐝𝐢𝐭𝐢𝐨𝐧

Am Meisten hat mich gefreut, dass sich Theben AG dem Thema Ambient Assisted Living geöffnet hat und sich der Problematik des demografischen Wandels professionell mit dem gesamten Team widmet!

𝐀𝐥𝐥𝐞𝐬 𝐚𝐮𝐬 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐫 𝐇𝐚𝐧𝐝

Theben zeigt eine komplette Lösung, wie man mit der richtigen Technik allein lebenden Senioren ermöglichen kann, sicher in den Eigenen 4-Wänden zu leben. Mit lokaler interaktiver Sprachsteuerung von ProKNX und einer ausgereiften Sensorik im Boden von Future-Shape GmbH wird die Nachrüstlösung LUXORliving komplettiert.

𝐒𝐭𝐮𝐫𝐳𝐞𝐫𝐤𝐞𝐧𝐧𝐮𝐧𝐠

Jetzt können Stürze innerhalb von Sekundenbruchteilen erkannt und über den Sprachassistenten kann der Betroffene direkt interagieren. So hat man das gute Gefühl, dass einem sofort geholfen wird oder kann den Alarm abbrechen, wenn der Sturz nicht so schlimm war und keine Hilfe benötigt.

𝐒𝐦𝐚𝐫𝐭𝐞 𝐍𝐨𝐭𝐟𝐚𝐥𝐥𝐤𝐞𝐭𝐭𝐞

Im Ernstfall kann das System natürlich auch die Außenbeleuchtung und andere Lampen einschalten, um so den Rettungskräften eine bestmögliche ausgeleuchtete Bereiche zu gewährleisten und beim Eintreffen automatisch die Türe öffnen.

𝐃𝐞𝐳𝐞𝐧𝐭 𝐢𝐦 𝐇𝐢𝐧𝐭𝐞𝐫𝐠𝐫𝐮𝐧𝐝 - 𝐒𝐦𝐚𝐫𝐭 𝐢𝐦 𝐕𝐨𝐫𝐝𝐞𝐫𝐠𝐫𝐮𝐧𝐝

Das Notfallsystem ist so dezent im Hintergrund, dass es optisch überhaupt nicht auffällt. Im Vordergrund stehen natürlich weiterhin die Vorzüge eines ganz normalen Smart Homes, das automatisch und bedarfsgerecht die Beleuchtung, die Beschattung und die Klimatisierung steuert.

Auch die neuen Anforderungen, die der Klimawandel und das damit verbundene Energiemanagement mit Solar, Speicher, Wärmepumpe, Elektromobilität etc. steht natürlich beim alltäglichen Leben im LUXORliving Smart Home im Vordergrund. Die Notfalllösung im Hintergrund, wie das ABS, ESP und der Airbag im Auto geben ein absolut sicheres Gefühl sowohl bei den Angehörigen als auch bei den Betroffenen!

𝐖𝐚𝐬 𝐥𝐚𝐧𝐠𝐞 𝐰𝐚̈𝐡𝐫𝐭, 𝐰𝐢𝐫𝐝 𝐞𝐧𝐝𝐥𝐢𝐜𝐡 𝐠𝐮𝐭

Ich beschäftige mich mit der Thematik seit 2008 und freue mich zu sehen, dass langjährige Mitstreiter es geschafft haben, eine Kooperation mit Theben einzugehen. Herzlichen Glückwunsch!

𝐒𝐞𝐡𝐫 𝐠𝐫𝐨ß𝐞𝐫 𝐁𝐞𝐝𝐚𝐫𝐟

Denn die Problematik der alternden Gesellschaft ist aktueller denn je. Laut aktuellen Studien ist der Bedarf an Seniorenwohnungen enorm und weiter steigend:

  • 300k - 550k fehlende Seniorenwohneinheiten aktuell
  • bis 2040 werden es über eine Million sein
  • 8 % Lücke Pflegefachpersonal
  • bis 2040 37 % Lücke Pflegefachpersonal
  • 1/3 des Pflegefachpersonals gehen in den nächsten Jahren in Rente
    → Enormer Bedarf an Nachwuchspflegekräften

Seit vielen Jahren aktiv an dem Thema AAL

Besonders hervorzuheben ist, dass proKNX bereits seit vielen Jahren fertige Lösungen für den Markt bereitstellt. Die Lösungen, die bei mir „nur“ in einem Konzept waren, wurden hier bereits umgesetzt, wie z.B. motorisierte Oberschränke in der Küche für alleinlebende Senioren, Rollstuhlfahrer und andere Menschen mit besonderen Bedürfnissen:

Smart Home Steuerung mit Köpfchen

Überaus faszinieren finde ich auch die Lösung, seine Smart Home Geräte über Gestensteuerung mit dem Kopf umzusetzen. In Kooperation mit https://munevo.com/de/munevo-drive würde hier „Die smarte Kopfsteuerung für deinen Rollstuhl“ entwickelt.