Enecess EcoMain: Modulares Energie-Monitoring für bis zu 40 Stromkreise mit Home Assistant

Wer wissen will, wo im Haus der Strom hinfließt, braucht mehr als nur den Zählerstand. Erst wenn einzelne Stromkreise sichtbar werden, lassen sich Stromfresser aufspüren, Grundlasten verstehen und Automationen sinnvoll planen. Genau hier setzt der Enecess EcoMain an: ein modulares Energie-Monitoring-System für die Hutschiene, das einphasige und dreiphasige Anschlüsse überwacht und sich auf bis zu 40 Stromkreise erweitern lässt.

Für uns besonders interessant: Für Home Assistant gibt es eine eigene Integration, die über HACS installiert wird und das Gerät lokal im Netzwerk einbindet.

Was ist der Enecess EcoMain?

Der EcoMain ist ein Home Energy Monitor, der mit Stromwandlern arbeitet, also mit Stromzangen, die um die Leitungen gelegt werden. Er erfasst den Verbrauch an der Hauptzuleitung sowie an einzelnen Stromkreisen in der Verteilung.

Das System ist modular aufgebaut und startet bei rund 102 €. Erhältlich sind verschiedene Ausbaustufen:

  • Basisgerät mit drei Stromzangen für die Hauptleitungen
  • Basisgerät mit zusätzlichen Sensoren für einzelne Stromkreise
  • Erweiterung über Zusatzmodule auf 20, 30 oder bis zu 40 Stromkreise

Die Sensoren werden per Stecker angeschlossen. So lässt sich das System schrittweise erweitern, ohne dass man sich von Anfang an auf eine bestimmte Größe festlegen muss.

Einphasig oder dreiphasig

Das Basisgerät besitzt drei Anschlüsse für die Hauptleitungen. Damit passt es zum dreiphasigen Hausanschluss, wie er in Deutschland üblich ist. Wer nur eine Phase messen möchte, belegt einfach einen Anschluss. Ein und dasselbe Gerät deckt also beide Varianten ab.

Aufbau und Anschlüsse

Der EcoMain wird auf der Hutschiene (DIN-Schiene) im Verteilerkasten montiert. Das Netzteil ist bereits integriert, eine separate Stromversorgung ist nicht nötig.

Die wichtigsten Merkmale im Überblick:

  • Status-LEDs und ein Taster für den Pairing-Modus an der Front
  • Ethernet-Anschluss für eine kabelgebundene Netzwerkverbindung
  • WLAN als Alternative, mit anschraubbarer Antenne
  • Drei Anschlüsse für die Hauptleitungen
  • Bis zu zehn Anschlüsse für einzelne Stromkreise pro Einheit
  • Erweiterungsanschluss zur Verbindung mit weiteren Modulen

Die Sensoren

Zum Einsatz kommen zwei Arten von Stromzangen:

  • 100-A-Stromzangen für die Hauptleitungen
  • 30-A-Stromzangen für einzelne Stromkreise

Die Zangen lassen sich aufklappen und um die Leitung legen, eine Unterbrechung des Leiters ist dafür nicht nötig. Die kleineren 30-A-Sensoren sind kompakt genug für die meisten Verteilerkästen.

Wichtiger Hinweis zur Installation

Auch wenn die Stromzangen berührungslos messen: Die Montage im Zählerschrank oder in der Unterverteilung ist Arbeit an der Elektroinstallation. In Deutschland sollte das eine Elektrofachkraft übernehmen, insbesondere den Anschluss der Spannungsversorgung des Geräts.

Integration in Home Assistant über HACS

Für Home Assistant stellt Enecess eine eigene Integration auf GitHub bereit. Sie wird als benutzerdefiniertes Repository über HACS installiert.

Schritt 1: Repository in HACS hinzufügen

  1. HACS in Home Assistant öffnen
  2. Über das Drei-Punkte-Menü Benutzerdefinierte Repositories auswählen
  3. Folgende URL einfügen: https://github.com/enecess/ha-enecess
  4. Als Typ Integration wählen und hinzufügen

Schritt 2: Integration herunterladen und neu starten

Die Enecess-Integration in HACS auswählen und herunterladen. Anschließend Home Assistant neu starten. Das gilt grundsätzlich für alle HACS-Integrationen, bevor man sie einrichtet.

Schritt 3: Integration einrichten

  1. Zu Einstellungen → Geräte & Dienste navigieren
  2. Integration hinzufügen wählen und nach Enecess suchen
  3. Als Gerätetyp EcoMain auswählen
  4. Die lokale Erkennung (Local Discovery) nutzen, um das Gerät im Netzwerk zu finden
  5. Gerät bestätigen und optional einem Bereich zuweisen

Bei der Anbindung per Ethernet erfolgt die Einbindung direkt im lokalen Netzwerk. Für die WLAN-Einrichtung lohnt sich ein Blick in die Dokumentation des Herstellers, da hier gegebenenfalls die Hersteller-App benötigt wird.

Warum lokales Energie-Monitoring sinnvoll ist

Ein Energie-Monitor, der lokal mit Home Assistant spricht, bringt einige Vorteile mit sich:

  • Unabhängigkeit: Die Daten bleiben im eigenen Netzwerk und funktionieren auch ohne Internetverbindung.
  • Stabilität: Eine Ethernet-Verbindung ist im Metallgehäuse eines Verteilerkastens oft zuverlässiger als WLAN.
  • Energie-Dashboard: Die Messwerte lassen sich im Energie-Dashboard von Home Assistant auswerten und mit PV-Anlage, Speicher oder dynamischem Stromtarif kombinieren.
  • Automationen: Verbrauchsdaten einzelner Stromkreise können als Auslöser dienen, etwa für Benachrichtigungen, wenn die Waschmaschine fertig ist oder die Grundlast ungewöhnlich steigt.

Für wen eignet sich der EcoMain?

Der Enecess EcoMain richtet sich an alle, die ihren Stromverbrauch detaillierter als auf Zählerebene erfassen möchten. Durch den modularen Aufbau passt er sowohl zu kleineren Wohnungen mit wenigen Stromkreisen als auch zu Einfamilienhäusern mit umfangreicher Verteilung. Wer Wert auf eine lokale Einbindung in Home Assistant legt, findet mit der HACS-Integration einen unkomplizierten Weg dorthin.

Da Preise und Ausbaustufen sich ändern können, lohnt sich vor dem Kauf ein Blick auf die aktuellen Angaben des Herstellers.

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